“Zuerst geht es um die Idee und dann um die Technik“ – pilot 1/0 zeigt drei innovative Werbeformate in der Spiegel App

Damian Rodgett, Geschäftsführer Kreation bei pilot 1/0, im Interview

Seit dem 11. September zeigt pilot drei interaktive Anzeigen in der Spiegel iPad-App. In Ihrer Pressemitteilung sticht ein Zitat hervor, in dem Sie sagen, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, Nutzer für iPad Werbung begeistern zu können als mit Onlinewerbung. Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Damian Rodgett: Auf dem iPad haben wir eine höhere ästhetische und optische Qualität als in der Onlinewerbung. Hinzu kommen die Funktionalität und die vielfältigen Animationsmöglichkeiten. In der Anzeige passiert etwas und sie wirkt überzeugend. Auf dem iPad kann man meiner Meinung nach definitiv schönere Werbung gestalten, als Werbung, die man aus dem Internet kennt.

Bei den Anzeigenkunden handelt es sich um New Yorker, Direct Line und Bacardi. Mussten Sie Überzeugungsarbeit leisten, um die Kunden von einer Branding-Kampagne in der Spiegel App zu begeistern?

Die Kunden waren sofort von unseren Ideen begeistert, und die Kampagnen in der Spiegel App sind in jedem Fall die beste Werbung für unsere Kunden. Mit Standardformaten aus der Onlinewerbung haben diese Kampagnen nichts mehr zu tun. Es handelt sich bei allen drei Beispielen um Branding-Kampagnen, die sich die iPad-User gerne anschauen. Alle drei Anzeigen verfolgen nicht das Ziel einen hohen CPC oder CPO zu erreichen, sie sind auch nicht irritierend oder nervig. Alle drei Anzeigen bieten Mehrwert und Unterhaltung.

Die Werbung wurde direkt in die Spiegel App integriert, denn eine Anlieferung über einen AdServer ist noch nicht möglich. Kann die Kampagne dann eigentlich noch getrackt werden?

Nein, ein Tracking ist derzeit nicht möglich, da alle Anzeigen in der App fest integriert sind. Tracking ist aber derzeit auch nicht das Thema bei unseren Kunden. Viel wichtiger ist es, als First Mover bei den 12.000 Spiegel App Kunden wahrgenommen zu werden. Und das ist uns gelungen. Tracking ist aber in jedem Fall ein Thema, doch solange ein 3rd Party Server nicht eingebunden ist, können wir auch nicht tracken. Das ist technisch derzeit noch nicht möglich.

Sie haben direkt mit den Publishern über die Kampagne verhandelt und die Werbung wurde nicht über iAd eingebucht. Was halten Sie von Apples Werbeplattform?

iAd ist derzeit nur in den USA verfügbar, das bedeutet für uns, dass wir uns mit jedem einzelnen Publisher auseinandersetzen müssen. Publisher sind aber sehr offen und wollen auch auf unsere Lösungen zurückgreifen. Die Nachfrage ist also nicht nur von Seiten der Kunden sehr hoch, sondern auch Publisher sind sehr interessiert und fragen bei uns nach. Hinzu kommt, dass Publisher keine Revenue-Shares an Apple abgeben möchte. Die Integration in die App ist daher in jedem Fall derzeit die bessere Lösung und wird sie erstmal auch bleiben.

Die Werbung in der iPad App ist in HTML5 programmiert. Wie kommen Sie damit zurecht?

HTML5 ist noch ‚buggy‘ und schwierig. HTML5 ist nicht leicht für Entwickler und es wird sich in jedem Fall etwas ändern müssen. Apple muss Flash in der Entwicklungsumgebung akzeptieren, denn Flash ist gelernt. Apple wird sich schwer tun, Entwickler davon zu überzeugen, dass sie auf Flash verzichten müssen.

Auf der dmexco war in diesem Jahr das Thema Kreation ein Schwerpunkt auf der Messe. Nicht nur die Agency Lounge hatte regen Zuspruch, auch das Digital Creativity Camp des ADC war ein voller Erfolg. Ist der Brückenschlag gelungen?

Onlinevermarkter setzen meines Erachtens auf der Messe noch viel zu sehr auf die Präsentation ihrer Standardformate, aber das langweilt unsere Kunden. Kreation braucht keine Standards, sondern Freiraum für Ideen. Der Brückenschlag ist daher noch nicht optimal gelungen, es zeigt aber wie wichtig es ist, dass Kunden, Agenturen, Vermarkter und Publisher an einem Tisch sitzen müssen, um kreative Werbung zu entwickeln.

Die iPad-Werbung der Kunden New Yorker, Direct Line und Bacardi sind auf Youtube unter folgenden Links zu sehen:

New Yorker: Link
„Shake your pad“ – der Aufruf zur Interaktion ist der Ausgangspunkt der Kampagne für New Yorker. Das modische Anzeigenmotiv setzt sich aus mehreren kleinen Feldern wie ein Mosaik zusammen. Sobald der Nutzer das iPad schüttelt, drehen sich die einzelnen Platten und setzen sich zu einem komplett neuen Motiv zusammen. Zusätzliche Informationen wie modische Details oder der Preis können über entsprechende Felder interaktiv angefragt werden.

Direct Line: Link
Für Direct Line verwandelt pilot 1/0 die Straße in ein dreidimensionales Spielfeld: Die User können ihr iPad ausbalancieren und somit verhindern, dass parkende Autos aufeinander rollen. Kommt es dennoch zum Zusammenstoß, wird eine App angeboten, mit der die Nutzer im realen Leben einen Unfall richtig protokollieren können.

Bacardi: Link
Die Bacardi Ad entführt den Leser wortwörtlich in die Welt des Spirituosenherstellers und die Zeit, als der „Cuba Libre“ erfunden wurde.

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Über Heike Bedrich

Seit 1993 bin ich in der Marketing & PR-Welt zu Hause. 1998 gründete ich Talisman, Kommunikation und Imagebildung. Talisman betreut Unternehmen aus dem Medien & IT Bereich im PR-Bereich, in der internen Unternehmenskommunikation und im Social Web. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Online Reputation Management. Ich bin bei ipadinside Co-Autorin für die Themen Marketing & Kommunikation. Desweiteren schreibe ich als Co-Autorin im Fachblog PR-Blogger. Ich liebe Gadgets über alles, daher besitze ich auch ein iPad und ein iPhone. Diese Geräte verändern die Medienlandschaft und die Kommunikation langfristig. Zeitschriften und Zeitungen lese ich immer noch sehr gerne und liebe gute Bücher. Ich habe zwei Kinder und lebe in München.

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