Tablet-Vergleich: Apple iPad vs. Interpad Home
Um das erste Tablet “made in Germany” – ja, das WePad WeTab meine ich, ist es inzwischen ziemlich ruhig geworden. Man könnte sogar meinen, es ist nach dem PR-Gau komplett in der medialen Versenkung verschwunden. Ob und wann das Gerät in den Handel kommt, ist ungewiss. Auf der Homepage des Unternehmens ist zwar zu lesen, dass der Soft-Launch im Juli erfolgen soll, doch davon habe ich bis jetzt noch nichts mitbekommen. Auch der geplante Verkaufsstart für den Massenmarkt im September dürfte meiner Meinung mit einem dicken Fragezeichen versehen werden. Die Luft ist jedenfalls raus. Ob es mit dem WeTab noch was wird, wird sich zeigen – und soll an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden.
Ein Lichtblick in Sachen Tablet “made in Germany” kommt seit Anfang der Woche aus Köln. Interpad heißt die deutsche Hoffnung der Tablet-Fans und sorgt bereits für ein ordentliches Medienecho – und das nicht nur hierzulande. Das Interpad Home (exklusives Mini-Hands-on und Fotos) basiert auf der neuen Tegra 2-Plattform von Nvidia und ist mit einer Dual ARM Cortex-A9-CPU (1 GHz) ausgestattet. Weitere Highlights sind 1 GB Arbeitsspeicher, 16 GB interner Speicher sowie der 10″ kapazitive Multi-Touchscreen. Als Betriebssysteme nutzt das Interpad Android 2.1. Die offizielle Vorstellung erfolgt auf der IFA in Berlin Anfang September. Mitte/Ende Oktober soll das Tablet hierzulande zum Preis von 399 Euro in die Verkaufsregale kommen.
Da es sich bei dem Vorführgerät noch um einen Prototypen gehandelt hat, konnte ich leider noch nicht all zu viel testen, da sowohl der Prozessor als auch das Display noch nicht der finalen Ausstattung entsprachen. Trotzdem war mein erster Eindruck durchaus positiv und ich kann mir gut vorstellen, dass das Interpad den deutschen Tablet-Markt gehörig aufmischen wird. Inwiefern es als ernsthafte Konkurrenz zum Apple iPad angesehen werden kann, wird sich zeigen, sobald die finale Version des Android-Tablets verfügbar ist. Doch ein erster Vergleich lohnt schon jetzt, zumal die Interpad-Macher nichts dagegen hatten, mein iPad neben das deutsche Pendant zu legen und ein paar Fotos zu schießen.
Die Spezifikation der beiden Geräte habe ich in einer Excel-Tabelle zusammenfasst und gegenübergestellt. Demnach ist das Interpad ein wenig leichter und flacher als das iPad. Unterschiede gibt es auch beim Arbeitsspeicher. Während Apple seinem iPad nur 512 256 MB RAM spendiert hat, kann das Interpad bereits mit 1 GB Speicher aufwarten. Interessant wird es beim Prozessor. Die Doppelkern-CPU des Android-Tablets dürfte das iPad im Leistungsvergleich den Rang ablaufen. Positiv beim Interpad Home fallen ebenfalls die verschiedenen Anschlüsse auf. So verfügt das Tablet nicht nur über einen HDMI-Ausgang, sondern auch über einen miniUSB-Port zur Synchronisierung des Tabets und einen microSD-Kartenslot zur Erweiterung des Speicherplatzes auf maximal 32 GB. Ob das kapazitive 10″-Display das hält, was der Hersteller verspricht, wird sich zeigen – obwohl ich davon ausgehe, dass Apple hier in die Nase weiter vorne haben wird.
Zur Kaufentscheidung beitragen wird sicherlich auch der Preis. Das Interpad Home ist 100 Euro günstiger als das iPad in der Einsteiger-Version. Nicht außen vor gelassen werden sollte die Verfügbarkeit von Apps für die beiden Tablets. Während iPad-Nutzer auf den AppStore mit unzähligen Programmen (iTunes nicht zu vergessen) zugreifen kann, haben Interpad Home-Nutzer erst einmal Pech gehabt. Aufgrund der technischen Ausstattung hat das Gerät keinen Zugang zum Android-Marketplace. Es soll zwar – ähnlich wie beim Smartpad von 1&1 – einen eigenen Marketplace geben, allerdings wird das Angebot bei weitem nicht so vielfältig werden wie der Original-Store. Mein letzter Punkt auf der Vergleichsagenda ist die Stromversorgung der beiden Tablets. Während Apple die Akku-Leistung mit bis zu zehn Stunden angibt, soll das Interpad trotz schwächerer Batterie laut Hersteller zwischen acht und zwölf Stunden auskommen. Ob diese Werte erfüllt werden können, wird sich beim Android-Tablet zeigen.
Für ein konkretes Fazit ist es meiner Meinung nach allerdings noch zu früh, zumal das iPad seit Verkaufsstart im April bereits mehr als drei Millionen mal über den Ladentisch ging und das Interpad in der finalen Version noch nicht vorliegt. Und wie ich eingangs bereits erwähnt habe: die beiden Hauptmerkmale, der kapazitive Multi-Touchscreen sowie die Dual ARM-CPU, waren in dem Prototypen noch nicht verbaut. Ein baugleiches Tablett-Modell (Malata A1011) wurde auf der Computex in Taiwan gezeigt, aber spätestens zur Internationalen Funkausstellung Anfang September wissen wir mehr.
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Das iPad hat nur 256 MB RAM!
Des weiteren heißt es EDR bei Bluetooth, nicht DER. Ist aber nur ein Tippfehler.
Stimmt, vielen Dank für den Hinweis. Text ist bereits korrigiert. Hatte die RAM-Angabe mit dem iPhone 4 verwechselt. Die Excel-Tabelle wird noch verbessert.
Wie war denn die Geschwindigkeit von Android auf dem Interpad?
Wie gesagt, die finale Dual ARM-CPU mit 1 GHz war noch nicht verbaut in dem Vorführgerät. Das was ich gesehen habe, war aber schon ganz ordentlich. Trotzdem erwarte ich ein deutliches Plus an Leistung, sobald die Verkaufsversion verfügbar ist.
Hm, beim WeTab ist die Luft raus und das Interpad ist der neue Knüller, obwohl es auch erst irgendwann im Herbst auf den Markt kommen soll? Verstehe den Unterschied nicht ganz.
Aber schöne Übersicht, gefällt mir!
Hi Jürgen, ich habe vom Interpad schon mehr gesehen als vom WeTab, zumal das Unternehmen hinter dem neuen Android-Tablet scheinbar aus den neofonie-Fehlern gelernt. Ich habe sowohl das Tablet in der Hand gehabt als auch mit dem Geschäftsführer knapp eine Stunde ausführlich über die Hardware, Ziele, Vermarktung, etc. gesprochen. Das stimmt mich zuversichtlich.
Ich glaube nicht mehr, dass aus dem WeTab was tolles wird. Ich warte zudem jeden Tag auf die Meldung, dass sich die Kooperationspartner wie der Spiegel aus dem Projekt zurückziehen.
hallo warum ist der interpad bildschirm denn weiss und nicht wie beim ipad schwarz ist es nicht aus glas oder !!! antwort bitte bk.
Hi, gute Frage. Ich denke, das Licht hat nur anders darauf geschienen. Zudem war es auch noch nicht das finale Display auf dem Interpad. Ist mir bei den neueren Modellen jedenfalls nicht aufgefallen.