October Apple 2.0

Städte weg, Ortsmarken falsch

Wenn große Politik die Welt bewegt, dann sind es normalerweise kleine Diplomaten und unscheinbare Bürokraten, die für den Streitfall und dessen Folgen verantwortlich sind. Wenn aber ungewollt und unvorhergesehen ein Weltkonzern die Problematik zumindest zu einem Teil lösen kann, dann wird es interessant.

Apple verursachte mit seinem neuen Kartendienst in den letzten Tagen nicht nur Freude. Der neue Dienst löst den Streit auf ganz einfache Weise. Die Inseln, der Zankapfel zwischen Japan und China existiert in der Welt von Apple einfach zweimal – einmal mit den japanischen Namen und einmal mit den chinesischen Namen. Unkompliziert und effektiv.

Massive Kritik und Unzufriedenheit

Sonst hat der Konzern allerdings nicht viel zu lachen. Denn die Kritik, die sich nach der Präsentation des Kartendienstes eingestellt hat, ist schon äußerst massiv. Und das ist auch begründet. Was auf der einen Seite für gute Stimmung sorgt, wie im Falle der Inselgruppe, sorgt auf der anderen Seite für Missmut. Ganze Städte sind wie vom Erdboden verschluckt, Brücken sind auf einmal „geschmolzen“ und nicht zuletzt sind diverse Ortsmarken grundsätzlich falsch gesetzt.

Selbst den eingefleischten Fans und bisherigen Weißmalern ist mit dieser Blamage nun wohl aufgegangen, dass die Probleme und die Krankheiten, an denen Apple leidet, nicht vorübergehender Natur zu sein scheinen. Seit dem Tod des Apple-Gründers liegen die Nerven blank und Fehlentscheidungen und –einschätzungen machen das Leben des Konzerns unnötig schwer.

Eigennutz an erster Stelle

Gelingt es einer Firma nicht, die bisher in erster Linie Kundenwünsche und -forderungen erfüllt, ja manchmal sogar übertroffen hat, funktionierende Applikationen und Programme auf den Markt zu bringen, dann kann dies das Ende vom Lied bedeuten. Mancher wirft Apple sogar vor,  zu viel Eigennutz, Verbortheit und den unbedingten Willen zu haben, den ewigen Konkurrenten Google auszuschalten. Dies hätte man möglicherweise erreichen können. Doch nicht mit einer desaströsen Präsentation des Kartendienstes – oder bessergesagt des Nicht-Kartendienstes.

Fotos: landkarte von cocoate.com, CC-BY  October apple 2.0 von kellinahandbasket, CC-BY

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