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2. September 2010 – 10:51 | 2 Kommentare

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New Digital Publishing: Möglichkeiten nutzen und Experimente wagen

Eingetragen von Heike Bedrich auf 17. Juni 2010 – 08:005 Kommentare
New Digital Publishing: Möglichkeiten nutzen und Experimente wagen

Wird das iPad als Lesegerät von den Konsumenten angenommen? Diese Frage beschäftigt Land auf Land ab die Medienbranche. Doch die Antwort hängt wesentlich davon ab, wie Medienhäuser das iPad bespielen werden.

Ob eine reine pdf-Darstellung eines Magazins oder einer Zeitung wie “Die Welt” das derzeit macht ausreichend sein wird, wird in der Branche bezweifelt. Viel versprechender sind jedoch solche  Angebote, die sich auf die neuen Möglichkeiten im Digital Publishing einlassen und Experimente in der Gestaltung wagen. Ganz vorne mischt sicherlich das Wired Magazin von Chefredakteur Chris Anderson mit, der bereits im März mit dem Ankündigungsvideo für Aufmerksamkeit in der Szene sorgte. In der ersten iPad-Ausgabe schreibt Chris Anderson sehr treffend:  ”The medium is not always the message”. Er begründet damit den Weg vom gedruckten toten Papier zum digitalen lebendigen Magazin.

Die  iPad-Wired-Ausgabe überzeugt bereits mit Öffnen des ersten Links auf dem Titel: Ein exklusiver Video-Clip von Toy Story 3 erscheint. Die neue Medienwelt kommt also mit interaktiven Elementen und Bewegtbild daher und macht sich damit die Faszination von Bewegtbild zu Nutzen. Das neue digitale Format hat sehr vieles, wovon Print-Publisher bisher nur träumen konnten: Die Verbindung des visuellen Impacts von Papier in Verbindung mit den interaktiven Elementen wie Videos, animierte Grafiken und vielfältigen Werbe-Möglichkeiten, die das Internet bietet.  Die Magazinbeiträge des Wired sind bestückt mit Videos und animierten Grafiken, die zum Beispiel auch eine Reise zum Mars lebendig werden lässt. Ebenso nutzen die Grafiker Drop Down Menüs  und Page Thumbnails.  Besonderen Spaß macht auch die Seite, auf der die Steuerung einer  Stop-Motion Sequenz für den Bau eines  Lego Lamborghini möglich ist.

Der nächste Blick fällt auf die Anzeigen und natürlich sind die Top-Werbetreibenden Unternehmen in der ersten Ausgabe zu finden. Zum Beispiel überzeugt Mercedes mit der Anzeige zum E-Klasse Cabriolet mit einem eingebetteten Video. Auch Nissan nutzt diese Funktion in seiner Anzeige für ihr Modell Nissan Leaf. Das Unternehmen Fidelity Investments zeigt 10 Anzeigenmotive in einer Anzeige. Dafür nutzt Fidelity 10 Tap Thumbnails (Buttons) zum Klicken.  Die ersten Anzeigen in der Wired-Ausgabe ermöglichen auch einen direkten Kontakt mit den Konsumenten über Social-Media-Einbindungen wie Twitter und Facebook.

Wie sich die Darstellung von Anzeigen in den nächsten Monaten entwickeln wird, hängt aber auch davon ab, wie die werbetreibende Wirtschaft mit dem Problem Flash versus HTML5 umgehen wird. Apple erlaubt bislang keine Anzeigen mit Flash-Applikationen. HTML5 befindet sich aber noch in der Entwicklungsphase.

Das Digital Publishing auf dem iPad ist natürlich noch ein großes Experiment und  iPad-Nutzer müssen sich auch erst an das neue Format gewöhnen. Hierzu ist es notwendig, einen Blick auf die User zu richten:  wie gehen sie zum mit Beispiel mit Bewegtbild, Verlinkungen und interaktiven Grafiken um? Wenn jedoch Publisher erkennen, wie User ihre Magazine auf dem iPad nutzen, dann können sie auch ihre Angebote ausbauen. Es hilft sicherlich, den User in die Entwicklung eines digitalen iPad-Magazins einzubeziehen und seine Wünsche zu erforschen. Des weiteren wird es wichtig sein, unterschiedliche  Bezahlmodelle zur Verfügung zu stellen und digitale Mehrwerte zu bieten. Das  iPad könnte dann vielleicht für viele User eine gute Alternative zum gedruckten Magazin werden.

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5 Kommentare »

  • Kira sagt:

    Sehr schöner Beitrag – alle Aspekte auf den Punkt gebracht. Danke!

  • Dirk sagt:

    Sehr schöner Beitrag, vielen Dank.

    Ich stimme Ihnen absolut zu, dass PDF-Viewer und Webseiten-Apps nicht die Zukunft sind. Ich würde aber gerne noch weiter gehen und sagen, dass auch die WIRED-App viel zu kurz greift.

    Zunächst einmal ist das Magazin technisch mangelhaft umgesetzt und es ist fraglich, ob das Magazin in dieser Form lange existieren kann (vgl: http://interfacelab.com/is-this-really-the-future-of-magazines-or-why-didnt-they-just-use-html-5).

    Die Nutzung von vergrößerbaren Bildern und Videos, sowie interaktiven Elementen ist zwar nett, bietet aber gegenüber bereits existierenden Angeboten im Web keine wirklichen Vorteile.

    Ich denke, dass hier noch Luft für wirklich neue Konzepte ist. Was ist zum Beispiel mit hochgradig personalisierten Angeboten? Magazine, die mich kennen und ihren Inhalt direkt auf meine Vorlieben und meinen Wissensstand in bestimmten Themengebieten anpassen? Was ist mit Magazinen, die mein Wissensstand in bestimmten Themengebieten verbessern wollen und mir über die Zeit Artikel mit langsam steigender Komplexität präsentieren? Magazine, die meinen aktuellen Ort kennen und mich passend informieren (Bsp: Lokale Themen)? Magazine, die in Wirklichkeit Inhalte aus mehreren Publikationen (eines oder sogar mehrerer Verlagshäuser) aggregieren?

    Das sind alles nur sehr kurz greifende Beispiele. Da kommt noch wesentlich mehr auf uns zu, als wir im Moment vermuten und wir sollten uns darauf freuen, anstatt animierte Screenshots von Webseiten mit fixem Layout zu applaudieren.

  • Heike Bedrich sagt:

    Hallo, und vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben Recht, das Magazin sollte zukünftig mehr können, personalisierte Angebote sind auch ein großer Wunsch von mir. Dennoch ist das Wired Magazin mit der ersten iPad-Ausgabe einen Schritt weiter gegangen. Und ich habe sehr viel Spaß mit dieser Ausgabe, auch wenn es an manchen Stellen noch nicht perfekt ist. Hierfür verdient es Applaus. Die Umsetzung mit HTML5 steckt noch in den Kinderschuhen, aber auch das wird sich rasant ändern. Wenn Sie gute Beispiele für Umsetzungen finden, dann freue ich mich über eine kurze Nachricht. Viele Grüße, Heike Bedrich

  • [...] und Zeitungen auf dem iPad eine 1:1-Umsetzung der Print-Inhalte darstellen und häufig ganz auf interaktive Darstellungsmöglichkeiten verzichten, ist dieses Ergebnis meiner Meinung nach doch etwas [...]

  • [...] Publishing (FCP) vor kurzem herausgab. Zukünftig kann erwartet werden, dass das iPad im Corporate Publishing ebenfalls eine große Rolle spielen wird. Medienexperten und Verantwortliche in Agenturen [...]

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