Neues Marketing auf dem iPad und die damit einhergehende Veränderung von Markenbotschaften

„Jetzt kaufen“, „Noch besser“, „Mehr sparen“: Markenbotschaften wie diese sind in der digitalen Welt „out“. „In“ sind dagegen Markenbotschaften, die Kunden in einen Dialog führen, Involvement einfordern und Emotionalität bieten. Mit dem Erfolg des iPad wird sich zeigen, ob Social Media und interaktive Kampagnen auf dem Apple-Tablet ebenfalls der Schlüssel für Aufmerksamkeit und Involvement sind, oder ob diese in einer anderen Form eingefordert und erzielt werden muss. Erste Experimente zeigen, dass das iPad Markenbotschaften verändert, wie das Beispiel der Reederei Aida zeigt. Eine virtuelle Schiffstour für Kreuzfahrtfans vermittelt ein einzigartiges Erlebnis anhand des Touchscreens. Das „Mit-Dabei-Sein“-Gefühl stellt sich ein, die Markenbotschaft ist klar: „Mit Aida Kreuzfahrten dem Alltag entfliehen“. Wer möchte das nicht. Dabei umgeht die Reederei ganz klar die klassische Marketingstrategie. Das App muss zwar zuerst vom Nutzer im Appstore heruntergeladen werden. Eine Hürde, die die Reederei gerne nimmt – und Erfolg damit hat.

Nun kann man die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, das Geld für die Entwicklung der App in eine Werbekampagne zu investieren, um eine größere Reichweite zu erzielen. Doch animierte und in Apps integrierte Werbebotschaften sind über das iPad nicht in der Form möglich, wie wir es von der Online-Werbung her kennen. Werbung kann in Apps erst seit kurzem über die Vermarktungsplattform iAd eingebucht werden, die Apple Anfang Juli gestartet hat. Der iPad-Hersteller wurde somit auch zu einem Vermarkter von mobiler Werbung, ein Markt der jetzt erst so richtig in Schwung kommt. Bislang wird mit mobiler Werbung nur etwa eine Milliarde US-Dollar umgesetzt. Das soll sich aber nach Meinung des Marktforschungsunternehmens Gartner ändern: Für 2013 rechnen die Experten mit einem weltweiten Volumen von rund 13 Milliarden Dollar.

Für Marketer könnte die Frage zukünftig lauten: Intergrieren wir eine Werbekampagne in Apps oder setzen wir auf die Erstellung einer eigenen App, um unsere Markenbotschaften zu transportieren? Damit die Werbung in Apps erfolgreich ist, müssen Kampagnen kreativ sein und Interaktion ermöglichen. Zudem muss man sich überlegen, ob eine Unterbrechung eines Spiels oder einer Lektüre durch Werbebotschaften von den Usern angenommen wird oder ob sie nicht als störend empfunden wird. In einer eigenen App können Marketer fast sicher sein, dass User sich die App anschauen und Werbebotschaften aufnehmen, denn alleine aufgrund des Kontakts im AppStore und durch das anschließende Herunterladen entsteht eine erste Verbindung. Ob die App dann auch die Erwartungen der User erfüllt, ist eine andere Frage. Wie erfolgreich der Transport von Markenbotschaften in einer App ist, bleibt abzuwarten. Ob Zugriffs- und Downloadzahlen aussagekräftig genug sind, bezweifele ich. Es kommt vielmehr darauf an, wie lange der Nutzer sich mit der App beschäftigt, ob er interagiert, ob er reagiert, die App weiterempfiehlt und weitere Downloads der Marke akzeptiert. Engagement und Involvement sind also auch in einer App ausschlaggebend für den Erfolg.

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Über Heike Bedrich

Seit 1993 bin ich in der Marketing & PR-Welt zu Hause. 1998 gründete ich Talisman, Kommunikation und Imagebildung. Talisman betreut Unternehmen aus dem Medien & IT Bereich im PR-Bereich, in der internen Unternehmenskommunikation und im Social Web. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Online Reputation Management. Ich bin bei ipadinside Co-Autorin für die Themen Marketing & Kommunikation. Desweiteren schreibe ich als Co-Autorin im Fachblog PR-Blogger. Ich liebe Gadgets über alles, daher besitze ich auch ein iPad und ein iPhone. Diese Geräte verändern die Medienlandschaft und die Kommunikation langfristig. Zeitschriften und Zeitungen lese ich immer noch sehr gerne und liebe gute Bücher. Ich habe zwei Kinder und lebe in München.

3 Gedanken zu „Neues Marketing auf dem iPad und die damit einhergehende Veränderung von Markenbotschaften

  1. Regina Deckart - marketingshop blog

    Hallo Herr Friedrichs!

    Sehr interessante Betrachtung. Ich denke, dass Markenbotschaften in Apps absolut den Zahn der Zeit treffen und als Werbeform deutlich geeigneter sind als „klassische“ Bannerwerbung auf dem iPad.

    Aber trotzdem glaube ich, dass die Sache – noch – einen Haken hat: die Kosten für Unternehmen und die verhältnismäßig verschwindend geringe Reichweite. Wie viele Menschen, die sich für Kreuzfahrten interessieren, besitzen wohl ein iPad?

    Der tatsächliche Werbeerfolg wird mit dem langfristigen Erfolg des iPad stehen und fallen – wenn es wirklich zum Massenphänomen wird, dann sehe ich Apps als DEN adäquaten Werbeträger.

    Viele Grüße
    Regina Deckart

  2. Michael Friedrichs

    Interessante Frage: „Wie viele Menschen, die sich für Kreuzfahrten interessieren, besitzen ein iPad?“ Ich gehe davon aus, dass die Zielgruppe auf der Aida doch eine andere ist als beispielsweise auf der MS Deutschland. Insbesondere was den Altersdurchschnitt angeht. Das Publikum auf der Aida ist im Vergleich deutlich jünger. Hier dürfte das iPad nicht allzu selten anzutreffen sein.

    Nichts desto trotz steht und fällt das ganze Marketing-Konzept mit dem Verkaufserfolg des iPad. Zudem darf auch nicht vergessen werden, dass viele Medien über die Aida-App ausführlich berichtet haben – und das ist ja schließlich auch Werbung :-)

    Nachtrag: Den Artikel habe nicht ich verfasst, sondern meine Kollegin Heike Bedrich. Die Autorenzeile ist entsprechend korrigiert.

  3. Sebastian Winkelmann

    Allein der Einsatz des iPad/der AidaApp in den Reisebüros (nach Vergabe von Aida) ist ein Erfolg. Statt eines Kataloges kann multimedial Lust auf Kreuzfahrt gemacht werden. Die Destinationen müssen nicht erblättert werden auf gedrucktem Papier, sondern können „erlebt“ werden. Natürlich steht dies und auch die Reichweite noch am Anfang.

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