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IFA 2011: 6 Tage rund um Fernseher und Tablet-Computer

Nach Ende der diesjährigen IFA am gestrigen Mittwoch ziehen die Veranstalter eine durchweg positive Bilanz. Besonders Tablet PCs und die neuesten Entwicklungen rund um Fernseher dominierten dieses Jahr die Ausstellung in den Messehallen am Funkturm in Berlin und zogen rund 1.400 Aussteller sowie 220.000 Besucher an.

Neben Fernsehern mit Internetanschluss und 3D-Technik ohne teure Shutter-Brillen, der Verkabelung unterschiedlicher Netze untereinander im ganzen Haus sowie Tablet Computern, waren auch E-Books, Navigationssoftware und das Energiesparen große Themenbereiche auf der IFA 2011.

Im Tablet-Bereich war ein nicht vorhandenes Tablet Gesprächsthema Nummer 1. Zwar versuchen viele Hersteller mittlerweile, Apple den Rang abzulaufen, Samsung soll Apples iPad mit dem Galaxy Tab 10.1 allerdings so stark kopiert haben, dass Apple eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Samsung Galaxy Tab 10.1 in Deutschland vor dem Landgericht Düsseldörf erwirken konnte. In weiterer Instanz wurde das Verkaufsverbot inzwischen bestätigt. Das dürfte allerdings nur wenig Erfolg haben, denn von dem verhängten Verkaufsstopp ist ausschließlich Deutschland betroffen. Wer ein Samsung Galaxy Tab will, holt es sich aus einem der Nachbarländer. Wer den zweiten Platz um den Tablet-Thron einnimmt, wird vor allem durch schnelle Innovationszyklen bestimmt. Hewlett Packard ist mittlerweile aus dem Rennen, denn die Vorgabe mit dem erst im Juli eingeführten TouchPad „die klare Nummer zwei unter den Plattformen für Tablet-Computer“ zu werden, ist mit der Aufgabe der Tablet-Sparte durch Hewlett Packard gescheitert. Google Android hat diese Position ganz klar inne, denn auch das HP eigene webOS, mit dem das TouchPad läuft, soll auf Google Android portiert werden. Analysten und Marktforscher erwarten derweil einen Marktanteil von rund 74 Prozent bei den Tablet-Computern. Das verbleibende Viertel nimmt Android ein, Blackberry Tablet OS (QNX) – bislang verfügbar auf dem PlayBook – und Windows spielen eine verschwindend geringe Rolle.

Samsung Galaxy Tab und Apple iPad

Samsung Galaxy Tab und Apple iPad

Google ist der Hype um das kommende iPad 3 natürlich nicht entgangen und soll stellte sich Android auf der IFA ebenso breit auf. Verschiedene Hersteller, die das Android-Betriebssystem für ihre Geräte favorisieren, zeigen, dass der Trend hin zu einer stärkeren Diversifikation der Geräte geht, sei es bezüglich der Form oder Größe oder des Einsatzzwecks.

Sony hat sich vorgenommen, „die Tablet-Welt auf ein völlig neues Niveau bringen“. Gleichzeitig räumt Sony ein, dass sie keine Vorreiterrolle auf dem Tabletmarkt einnehmen wollen, sondern den Tablet-Markt zusammen mit Apple bereichern wollen, Apple also nicht als Konkurrent sieht.

Das aktuelle Sony Tablet S ist mit 9,4 Zoll geringfügig kleiner als das iPad (9,7 Zoll). Dank DLNA-Technik lassen sich Fotos oder Videos mit einer Fingerbewegung vom Tablet-Computer auf einen kompatiblen Fernseher mit DLNA-Technik schicken. Die Infrarotschnittstelle kann mit der entsprechenden App als Interface für andere fernsteuerbare Geräte wie Fernseher oder Blu-ray Player dienen. Je nach Ausstattung empfielt Sony zum Verkaufsstart einen Verkaufspreis zwischen 479 und 599 Euro.

Nach der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Apple hat Samsung nun zwei neue Modelle in petto, die sich deutlich vom Konkurrenten iPad unterscheiden. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist dabei die Displaygröße, die mit 7,7 Zoll deutlich kleiner ausfällt als bisher. Das zweite Modell – Galaxy Note getauft  – ist mit einem 5,3 Zoll großen Display ausgestattet. Damit will Samsung die Lücke zwischen Smartphone und Tablet-Computer schließen. Optional lässt sich das Note daher auch mit einem Stift bedienen und soll so zum digitalen Notizblock werden.

Das von Sony ins Rennen geschickte Tablet P lässt sich zusammenklappen und hat auf jeder Seite jeweils einen 5,5 Zoll Bildschirm. Die Screens lassen sich einzeln oder gemeinsam nutzen. Das MediaPad von Huawei soll im November 2011 zu einem voraussichtlichen Verkaufspreis von 399 Euro auf den Markt kommen, Bildschirmgröße: 7 Zoll, Betriebssystem: Google Android 3.2 Honeycomb.

Seit der Vorstellung des HTC Flyer auf der CeBIT in Hannover ist es ruhig um den taiwanischen Hersteller von Smartphones und Tablet-PCs geworden. Auf der IFA präsentierte HTC nichts Neues. Als nächste Veröffentlichung ist ein 10 Zoll-Tablet in den USA vorgesehen. Laut André Lönne sei der Markt der Tablet-PC’s noch relativ jung und müsse sich erst entwickeln. Gerade im Hinblick auf die Pleite von HP betonte der HTC Deutschland-Chef, dass man einen langen Atem habe. Nicht die Zahl der abgesetzten Geräte sei entscheidend, sondern zufriedene Kundschaft.

HTC Flyer

HTC Flyer

Der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) ist sehr zufrieden mit den Absatzzahlen seines PlayBook. Deutschland-Geschäftsführer Axel Kettenring betonte, dass Tablets nicht mehr wegzudenken seien und weiter einen Schwerpunkt bilden werden, sowohl bei Geschäftskunden als auch bei Privatkunden. Das kommende PlayBook werde eine Unterstützung für Mobilfunk bieten und eine E-Mail-Software bekommen. Letztere soll bald auch für das aktuelle Modell per Update nachgerüstet werden.

Der Preis scheint kein entscheidendes Verkaufsargument für die Tablet-Hersteller sein, denn das untere Preissegment wird konsequent gemieden. Der E-Reader-Spezialist PocketBook macht hierbei eine Ausnahme und stellte das 10 Zoll große Tablet A10 vor, das voraussichtlich für unter 300 Euro im November erscheinen soll. Die verwendete Android-Version entspricht mit Gingerbread allerdings nicht dem aktuellen Stand der Entwiclung. Auch Archos spielt in einer ähnlichen Preis-Liga und will ein 8 Zoll großes Tablet für 249,99 Euro anbieten. Ein entsprechendes Gerät von Medion mit dem Namen P9514 ist weiterhin nur angekündigt, es war auf der IFA nicht vertreten.

Die Nachfrage nach Tablets im unteren Preissegment ist durchaus vorhanden, wie Hewlett Packard schmerzlich feststellen musste. Nach Aufgabe des TouchPads konnte sich der große PC- und Peripheriegeräte-Hersteller vor Nachfragen kaum retten. Nicht verwunderlich, sank der Preis doch von ursprünglich 479 Euro auf rund 100 Euro. Daraufhin entschloss sich HP, noch eine letzte Charge des TouchPads zu produzieren. Diese wurde unter zahlreichen Interessenten via Facebook verlost.

HP TouchPad

HP TouchPad

Windows spielt auf Tablet-Computern bislang nur eine untergeordnete Rolle. Sobald Windows 8 offiziell veröffentlicht wurde, soll sich das jedoch ändern. Der Windows 7-Nachfolger soll 2012 erscheinen. Auf der jährlich stattfindenden weltgrößten Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas sollen gleich mehrere Windows 8-Tablets vorgestellt werden. Die CES findet Anfang Januar 2012 statt und gilt als weltweit angesehene Leitmesse für Unterhaltungselektronik, auf der so gut wie alle namhaften Hersteller aus der Elektronikbranche neue Produkte vorstellen oder Innovationen ankündigen. Daher gilt die CES als erster Indikator dafür, wohin sich die Unterhaltungselektronik im weiteren Jahresverlauf entwickeln könnte.

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