Amzon plant deutschsprachiges E-Book-Angebot

Mit dem deutschen E-Book-Markt ist das so eine Sache. Das Angebot ist bisher ziemlich überschaubar und die Preise für Bücher in digitaler Form sind im Vergleich zu den gedruckten Ausgaben viel zu teuer. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls eine kürzlich vorgestellte Studie der renommierten Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. Allerdings sehen die Experten auch deutliche Zeichen für einen Aufschwung in diesem Bereich. Denn laut der Studie entwickelt sich das E-Book hierzulande zu einem wahren Bestseller. So dürfte der Umsatz mit digitalen Titeln im Jahr 2015 allein im Bereich Belletristik über 350 Millionen Euro erreichen. Dies entspräche einem Marktanteil von 6,3 Prozent. Noch sei der Markt aber vergleichsweise klein: Bis Ende dieses Jahres werde lediglich 20 Millionen Euro mit digitalen Büchern erzielt. Die treibende Kraft seien insbesondere E-Reader und Multimedia-Tablets wie das Apple iPad oder der Amazon Kindle.

Wie am Rande der Fachkonferenz „Homer 3.0“ in Berlin jetzt bekannt wurde, will Amazon Anfang 2011 ein deutschsprachiges E-Book-Angebot an den Start bringen. Details wurden bislang noch nicht genannt. Allerdings seien die Verhandlungen zwischen dem Online-Händler und deutschen Verlagshäusern auch noch nicht abgeschlossen. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang dürfte auch das Thema Buchpreisbindung sein, das auch bei E-Books Anwendung findet und sowohl Verlage als auch Buchimporteure verpflichtet, in Deutschland verlegte Bücher hierzulande zu einem festen Verkaufspreis anzubieten. In den USA gibt es übrigens keine Buchpreisbindung. Dort werden E-Books teilweise mit satten Preisabschlägen gegenüber der Printausgaben verkauft. Entsprechend hoch ist dann auch die Nachfrage.

Die Buchkette Thalia dürfte sich über die neue Konkurrenz auf dem E-Book-Markt sicherlich nicht freuen. Das Unternehmen verkauft seit Ende Oktober mit dem Oyo einen eigenen 139 Euro teuren E-Book-Reader (Johannes von lesen.net hat den Oyo bereits getestet). Dazu passend hat Thalia einen E-Book-Shop mit rund 50.000 deutschsprachigen Buchtiteln gestartet. Ob der frische Wind durch Amazon das E-Book-Geschäft beleben wird, bleibt abzuwarten. Durch die geltende Buchpreisbindung dürfte allerdings auch für den US-Giganten nicht viel Spielraum bestehen.

(via Kress)

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