playbook-150px

Amerikaner vereißen das BlackBerry PlayBook – Vernichtende Kritiken

Die US-Presse kann dem ersten Blackberry Tablet PC aus dem Hause Research in Motion (RIM) ersten Berichten zufolge nichts Positives abgewinnen. Teils sind die Testberichte vernichtend und lassen kein gutes Haar am neuesten Streich des kanadischen Herstellers.

Die Fachpresse bemängelt vorrangig fehlende Programme sowie die fehlende Konnektivität. Das Tablet kann nicht eigenständig ins Netz gehen, sondern bedarf dafür eines Blackberry-Telefons, das im Modem-Betrieb die Daten mit dem Tablet austauscht. RIM hat bereits reagiert und per Software-Update Besserung gelobt. So soll das fehlende Mailprogramm bald nachgeliefert werden und auch die nächste Generation des Blackberry PlayBooks soll einen UMTS-Schacht bekommen, um damit auch mobil “always on” sein zu können.

Wie viele andere Hersteller auch, erhoffte sich RIM ebenfalls den großen Wurf und wollte mit seinem Tablet Apple, die mit ihrem iPad sowie dem verbesserten Nachfolger iPad 2 überaus erfolgreich sind und ihre Spitzenposition am Markt verteidigen, Paroli bieten. Doch das scheint gründlich daneben gegangen zu sein.

David Pogue, Tech-Journalist bei der New York Times lobt einzig und allein die Verarbeitungsqualität und den Touchscreen, der sieben Zoll oder knapp 18 Zentimeter misst. Sieht man davon ab, klingt es fast so, als sei das PlayBook eine Fehlkonstruktion. Er drückt es in Anlehnung an Apple folgendermaßen aus: RIM sollte sein Tablet mit dem Slogan “There’s no app for that” bewerben, um es treffend zu beschreiben, so wie Apple es mit “Dafür gibt es eine App” (There’s an app for that) tut. Ein Tablet ohne essentielle Features wie E-Mail-Funktionalität oder Videochat auf den Markt zu bringen, sei reine Zeitverschwendung. Wer die beschriebenen Funktionen nutzen will, muss ein BlackBerry Phone mit dem Tablet verbinden. Damit ist das PlayBook dann kaum mehr als ein externer Monitor, der die Inhalte des Smartphones vergrößert darstellt. Zur Kopplung beider Geräte ist ein zusätzliches Programm erforderlich. RIM versucht frei nach dem Motto “It’s not a bug, it’s a feature” auf die höhere Sicherheit dieser Lösung hinzuweisen.

BlackBerry Playbook

BlackBerry PlayBook

Weiter fehlen Apps, denn während Apple für sein iPad mit rund 65.000 optimierten Anwendungen aufwarten kann, die den Funktionsumfang der grundsoliden Basis erweitert, sieht es bei RIM mit nur 3.000 Apps anders aus. RIM verpasst es, grundlegende Funktionen, die man von einem zeitgemäßen Tablet-PC erwarten kann, per App nachzuliefern. Zusätzlich sind auch 300.000 iPhone-Apps auf dem iPad lauffähig – BlackBerry-Apps laufen dagegen mangels anderem Betriebssystem namens QNX nicht auf dem PlayBook.

Das PlayBook sollte ursprünglich bereits vor mehr als sechs Monaten auf den Markt kommen. Als es dann am 19. April endlich soweit war, hagelte es schon lange Kritik. Mit seinen BlackBerry-Geräten hat RIM sich viele Freunde unter Geschäftsmännern gemacht, verliert diese Stellung aber zunehmend an Geräte mit Google Android. Allein der BlackBerry Message-Dienst, der kostenlose Chats mit anderen Blackberry-Usern auf der Welt ermöglicht, kann sich als Verkaufsargument durchsetzen.

Co-CEO von RIM, Mike Lazaridis, bewies unlängst ein dünnes Nervenkostum. Er brach ein Interview nach einer seiner Meinung nach “unfairen” Frage ab, die die Verschlüsselung des Messaging-Dienstes betraf. In Indien und im Nahen Osten hatten die Behörden dem kanadischen Unternehmen angedroht, den Dienst zu sperren, sollten sie keinen Zugriff auf die verschlüsselt ausgetauschten Nachrichten erhalten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>